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16. Juni 2020

Interview | Hans Ortmann über die aktuellen Verhandlungen zum Bundesrahmenvertrag

Interview | Hans Ortmann über die aktuellen Verhandlungen zum Bundesrahmenvertrag

Seit Ende letzten Jahres laufen die Verhandlungen mit dem GKV-SV zu dem bundeseinheitlichen Rahmenvertrag. Auch heute findet wieder eine Verhandlungsrunde gemeinsam mit den anderen maßgeblichen Physiotherapieverbänden statt. In diesem Zusammenhang haben wir mit Hans Ortmann, dem Vorsitzenden des VPT, darüber gesprochen, welchen Einfluss die Corona-Pandemie auf die aktuellen Verhandungen hat.

Herr Ortmann, die Heilmittelerbringer wurden von den Auswirkungen der Corona-Pandemie schwer getroffen. Welchen Einfluss hat das Coronavirus auf, die seit November 2019, laufenden Verhandlungen mit dem GKV-SV zum bundeseinheitlichen Rahmenvertrag?

Hans Ortmann: Pandemie-bedingt mussten alle ab Mitte März geplanten Termine beim GKV-Spitzenverband abgesagt werden. Ersatzweise wurden Video-Konferenzen organisiert. Wir haben also trotz Pandemie - nach kurzer Übergangszeit - weiterverhandelt, da allen Beteiligten klar war, dass die Probleme der Heilmittelerbringer auch nach Corona weiterbestehen und gelöst werden müssen.

Wie kann man sich die Verhandlungen per Video-Konferenz vorstellen?

Wir telefonieren mit Bildübertragung in größerer Gruppe. Zusätzlich bietet heutzutage die Technik die Möglichkeit, den Vertragstext auf den Bildschirmen aller Teilnehmer darzustellen. Damit kann gemeinsam im Vertragsdokument gelesen und geschrieben werden, was dem Verständnis und der Klarheit dient. Selbstverständlich ist, wie bei normalen Präsenz-Verhandlungen auch, eine vernünftige Gesprächsdisziplin erforderlich, wenn über 20 Personen das Für und Wider der einzelnen Argumente vortragen und ernsthaft diskutieren. Mit einem leichten Augenzwinkern würde ich sagen: Durchaus ein Format mit Zukunft! Jedenfalls haben wir hier beim VPT schon einige Präsenzveranstaltungen durch Videokonferenzen ersetzt und werden dies auch zukünftig beibehalten. Das spart Zeit, Geld und schont die Umwelt.

Welchen Einfluss hat die Corona-Pandemie auf den Zeitplan der Verhandlungen?

Durch die nötig gewordene Umorganisation der ursprünglich geplanten Verhandlungsserie von Präsenz-Sitzungen zu Video-Konferenzen, sowie zusätzlichen aktuellen Aufgaben wie Schutzschirm-Organisation mit der Politik und diversen weiteren dringenden Aufgaben kam es zu einer zeitlichen Verzögerung.

Wie gestalten sich die Preisverhandlungen mit dem GKV-SV? Wie ist bei so einem brisanten Thema zum Beispiel die Gesprächsatmosphäre?

Beide Vertragsseiten bereiten sich erstmal gründlich auf die Verhandlungen vor, bringen damit ihre jeweiligen Überzeugungen mit. Somit liegt es in der Natur der Sache, dass diese Überzeugungen und damit verbundenen Erwartungen ein gewisses Zündstoffpotenziel für die Verhandlungsatmosphäre mitbringen.

Es ist bekannt, dass keine konkreten Verhandlungsinhalte preisgegeben werden düfen. Trotzdem noch einmal inhaltlich: Wenn heute die nächsten Verhandlungen zum Bundesrahmenvertrag anstehen - welche Fragen werden dann in diesem Zusammenhang besprochen?

Beide Seiten sind bemüht, wie mit dem TSVG gefordert, ein bürokratie-ärmeres Vertragswerk zu erstellen. In den überwiegenden Vertragspunkten gibt es bereits Konsens zwischen den Vertragsparteien. Bei bestimmten Fristenregelungen zum Beispiel, bei Detailpunkten der Leistungsbeschreibung und der Weiterbildung bedarf es dagegen noch einer Einigung.

Wie ist Ihre Einschätzung, kann der neue Rahmenvertrag am 01. Oktober 2020 in Kraft treten?

Natürlich ist im Endeffekt das Ergebnis für den VPT wichtiger, als die Einhaltung von Zeitplänen, aber ja, das ist möglich und meine große Hoffnung. Beide Seiten haben bisher ihre Vernunft und Kompromissbereitschaft schon wiederholt bewiesen Ich denke, dass wir mit viel Einsatz den Zeitplan halten können.

 

 

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